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Werkzeug - Schnäppchen oder Schund?

13.Februar 2008

In Werkzeugkästen aus Fernost finden sich teils giftige Materialien. Worauf muss man beim Kauf achten?

Grundausstattung für den Werkzeugkoffer

Horst Christen ist Experte, wenn es ums Werkzeug geht. Denn der technische Sachverständige arbeitet in der Eschborner TÜV-Testwerkstatt. Vom Schraubenzieher, Zange bis hin zum Hammer – Kein Werkzeugset, was der Techniker bisher nicht geprüft hat. Daher weiß Horst Christen genau, was die Grundausstattung eines Werkzeugkastens ausmacht: “Um im Haushalt sinnvoll arbeiten zu können, sollten Sie schon verschiedene Größen an Schraubenziehern, auch verschiedene Formen an Schraubendrehern – Klinge, Kreuzschlitz – haben. Dann natürlich die gängigen Größen an Schraubenschlüsseln. Und sinnvoll wäre auch, hin und wieder einen Hammer zur Hand zu haben. Da reicht meiner Meinung nach ein Hammer so um die 100 bis 200 Gramm, um einen Nagel in die Wand zu schlagen. Damit kann man schon mal kleinere Tätigkeiten oder kleinere Reparaturen im Haushalt ausführen.”

Beim Kauf auf GS-Siegel achten

Wer allerdings ein Bastler oder gar Hobby-Heimwerker ist, der müsste sein Werkzeug unbedingt noch um Flachzange, Ratschenkasten oder gar Meisel und Feilen erweitern. Denn oft sind es die Hausbesitzer, die spontan eine Schelle am Abflussrohr festziehen, eine Leitung verlegen oder gar eine Steckdose installieren müssen. Brauchen Sie also Werkzeug, sollten Sie sich vorher genau überlegen, für welchen Zweck Sie es nutzen wollen. Wichtig beim Kauf ist, meint Horst Christen, unbedingt auf das GS-Siegel zu achten: “Das GS Zeichen an sich beinhaltet, dass das Werkzeug grundlegende Sicherheitsanforderungen erfüllt. Eine Prüfung daraus ist beispielsweise die Härteprüfung. Wenn ich nämlich zu weiches Werkzeug habe, wird’s unbrauchbar, weil es sich verdreht oder kaputt geht. Und wenn das Werkzeug zu hart ist, dann können Teile bei der Benutzung des Werkzeugs absplittern und durch die Gegend fliegen und dadurch unter Umständen sogar Verletzungen hervorrufen.”

Werkzeug aus Fernost ist nicht immer unbedenklich

Zwischen 10 und 45 Euro kostet ein Werkzeugkasten durchschnittlich. Dabei müssen die günstigen Schnäppchen nicht unbedingt schlecht sein, meint der TÜV-Experte. Trotzdem sollte man gerade bei Schnäppchen darauf achten, dass der Kauf nicht zum Roulettespiel wird: Denn besonders die Werkzeug-Massenware aus Fernost ignoriert bis heute gern westliche Qualitätsstandards, warnt Brigitte Meyer von der Verbraucherzentrale Hessen. Ein ganz neuralgischer Punkt bei dieser Ware sind oft die Plastikgriffe: “Bei Tests finden sich immer wieder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAX, in diesen Griffen. Einzelne dieser Stoffe stehen im begründeten Verdacht, Krebs auslösen zu können. Und diese Stoffe werden zum Teil sehr gut vom Körper aufgenommen. Über die Haut. Insbesondere dann, wenn die Haut gefettet ist. Also, wenn man vorher Handcreme benutzt hat.” Ob die Griffe aber tatsächlich mit den Stoffen versetzt sind, lässt sich schwer herausfinden. Eine Möglichkeit hat der Verbraucher allerdings trotzdem, gesundes und ungesundes Werkzeug auseinander zu halten. Riechen Sie einfach dran: “Wenn diese Griffe sehr stark nach Chemie und Gummi riechen, oder verbrannt riechen, sollte man durchaus Bedenken haben. Das heißt, wenn Werkzeuge seltsam riechen, gar nicht erst kaufen”, so die Expertin.

Informationen von Dirk Kunze

Artikel gespeichert unter: Allgemein/ Lifestyle Magazin

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